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Kommt die Abschaffung des Bargeldes?

Workshop Aktien- und Optionshandel

In einem Sonder-Communiqué, erschienen im November 2017, schreibt der Chefanalyst des Oxford Clubs, Friedrich Lange, über den, wie er ihn nennt, „Krieg gegen das Bargeld“.

Er führt aus, dass nur Bargeld „echtes“ Geld sei und Euro-Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel in der Eurozone seien, das heißt, Euro-Scheine müssen generell angenommen werden. Im Gegensatz zum Bargeld seien Überweisungen, Kartenzahlungen etc. nur „Ersatzhandlungen“. Kontenguthaben seien im Grunde Kredite an die Banken und dem Autor zufolge solle man sich nicht uneingeschränkt auf diese verlassen, wie die letzte Finanzkrise gezeigt habe. Bargeld biete mehr Sicherheit, Freiheit und Privatsphäre als Giralgeld, da es keine elektronische Spur hinterlässt.

Obwohl die rechtliche Situation eindeutig geklärt sei, werde die unbeschränkte Gültigkeit des Bargeldes immer mehr zurückgedrängt und verliere an alltäglicher Bedeutung. Der Staat trage erheblich zu dieser Entwicklung bei, dadurch, dass mitunter nur per Überweisung gezahlte Rechnungen steuerlich geltend gemacht werden können, Steuern und Rundfunkbeitrag nicht bar zahlbar sind und der 500€-Schein Stück für Stück vom Markt genommen wird. Der technologische Wandel und die zunehmende Verbreitung von elektronischen Bezahlsystemen und Kryptowährungen würden einen weiteren Bedeutungsverlust des Bargeldes nach sich ziehen. Letztendlich sieht Herr Lange durch die fortschreitende Einschränkung des Bargeldes eine Entwicklung hin zu einem Überwachungsstaat.

Die verantwortlichen Akteure in diesem „Kampf gegen das Bargeld“ werden in dem Artikel vor allem als (Groß-)Banken, Staaten und EZB identifiziert. Eines ihrer wesentlichen Motive sei eine weitere Senkung des Zinses, die wirkungsvoller wäre, wenn die Kunden nicht die Möglichkeit hätten einen Run auf die Banken zu starten und ihr Geld stattdessen in bar zu lagern. Ohne Bargeld-Alternative sei es leichter die Kunden an Bank-Pleiten zu beteiligen, da Sie im Grunde keinen freien Zugang mehr zu ihrem Geld hätten.

Mit der Begründung der Kriminalitätsbekämpfung würde die Überwachung der Geldströme erheblich vereinfacht. Der Autor widerspricht diesem Punkt allerdings entschieden und argumentiert, dass Kriminelle und Terroristen nicht auf Bargeld angewiesen seien, sondern sich an moderne Bezahlungssysteme anpassen würden und das Geldwäsche auch schon nachweislich im großen Stil von Banken betrieben wurde.

Die mittlerweile in den meisten europäischen Ländern eingeführten Barzahlungsobergrenzen hält der Autor für rechtswidrig, da sie der Funktion des Bargeldes als unbegrenztem gesetzlichem Zahlungsmittel widersprächen.

Gegen Ende des Communiqués werden nochmal einige Gründe für das Bargeld zusammengefasst, unter anderem die simple und anonyme Anwendung, die geringere Betroffenheit von Negativzinsen, die rechtlich festgeschriebene generelle Einsetzbarkeit und die Tatsache, dass das Bargeld in Deutschland weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel ist.

Quelle: Lange, Friedrich: „Bargeldkrieg: So verteidigen Sie Ihre persönliche Freiheit!“. In: Oxford Club Sonder Communiqué, Ausgabe 17, November 2017, Seite 1-12.

 

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