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Trump‘s Zölle treffen am Ende jeden Verbraucher

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Trump‘s Zölle treffen am Ende jeden Verbraucher

Mit der Einführung von Zöllen auf Stahl und Aluminium möchte US-Präsident Donald Trump den amerikanischen Arbeitnehmern helfen, obwohl er damit einigen von ihnen gar die Arbeitsstelle nimmt. Die weit führenden Folgen treffen selbst die Fast-Food-Konsumenten.

Angekündigt hat Trump folgende Zölle: 25 Prozent auf Stahleinfuhren und zehn Prozent auf Aluminiumeinfuhren.

Sorge, dass es künftig teurer wird, Pipelines zu bauen, tragen die Ölmanager. Diese lassen sich die Leitungen bisher meist aus dem Ausland anliefern. Der Großteil der gebauten Pipelines besteht somit bisher aus asiatischem Stahl.

Unabhängig von dieser Ansicht, behauptet Trump, dass die Zölle dennoch kommen werden.

Er pocht hierbei auf sein Wahlversprechen, dass er den amerikanischen Bürgern gegeben hat: Die goldene Zeit der gigantischen Fabriken, die Millionen Tonnen an Stahl im Nordosten von Amerika, im „Rostgürtel“, produzierten, wieder zu beleben. Eine Zeit bevor China das Stahlgeschäft übernahm, indem es den amerikanischen Unternehmen qualitativ gleichwertigen Stahl verkaufte zu einem billigeren Preis als bis dahin

Ob Trump sein Versprechen halten kann ist nicht sicher. Viele Ölbosse und andere Manager sind der Meinung, dass die amerikanische Wirtschaft unter den Zöllen leiden wird, statt einen Gewinn daraus zu ziehen. Viele Unternehmen sorgen sich um höhere Kosten, die die Zölle mit sich bringen: Die Eisenbahngesellschaften, die aus Japan den Stahl ihrer Schienen beziehen; die Reedereien, die das Zusammenschweißen der Rümpfe ihrer Schiffe erledigen lassen und alle anderen Lieferanten, die Maschinen herstellen, in denen Stahl und Aluminium verbaut werden.

 

Zölle bringen negative Kettenreaktionen hervor

 

Selbst das US-Unternehmen „Welbilt“, welches für die amerikanischen Fast-Food-Ketten, wie McDonald‘s, Subway und Starbucks, Küchen herstellt, wäre betroffen. Hubertus Mühlhäuser, der Chef von Welbilt betrachtet die Zölle etwa als „Gift für das Wirtschaftswachstum.“

Seiner Meinung nach, habe Trump eine erhebliche Entlastung der Unternehmen mit seiner Steuersenkung herbeigeführt. Allerdings macht er diese Errungenschaft mit seiner Idee der Zölle wieder zunichte.

An der Firma „Welbilt“ kann man den wirtschaftlichen Kreislauf der Zölle ablesen. Das Unternehmen muss mehr Ausgaben tätigen um beispielsweise Öfen und Grills zu erzeugen, da diese  aus einem Großteil Stahl und Aluminium bestehen. Darauf wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Preiserhöhung des Unternehmens folgen. Folglich müssen dessen Abnehmer, die Restaurants der Fast-Food-Ketten, mehr Geld ausgeben für ihre Küchengeräte. Was zur Folge hat, dass diese ihr Angebot an Speisen preislich höher ansetzen müssen. Schlussendlich müssen die amerikanischen Bürger für die Zölle von Trump einstehen, bei jedem Burger den sie im Land kaufen.

Trump‘s handelspolitische Maßnahmen zum Schutz der inländischen Wirtschaft gegen die ausländische Konkurrenz haben somit zur Folge, dass der Big Mac teurer wird. Seine Politik bringt nicht nur politische Spannung außerhalb Amerikas, sondern verändert auch den Alltag in den USA. Für eine solche Art des Eigenbeschusses gibt es einen Begriff im amerikanischen, der seinen Ursprung aus dem Militär hat: Friendly Fire.

 

Erhöhung der Preise im Ausland lässt auch die inländischen Preise steigen

 

Das Unternehmen Welbilt kauft seine Rohstoffe in erster Linie in den USA, und nicht in Asien. Trotz dessen stellen die Zölle für die Firma ein großes Problem dar. Steigen die Preise für Stahl und Aluminium im Ausland werden die amerikanischen Produzenten nicht lang darauf warten und ebenfalls preislich mitziehen. Es wird demnach bald ohne Belang sein, ob die Rohstoffe aus dem Aus- oder Inland besorgt werden. Sie werden allemal teurer. Die Zölle schaffen für die Stahlmanager somit eine passende Rechtfertigung für die Erhöhung der Preise.

 

In vielen Unternehmen sind Arbeitsplätze wegen der Zölle bedroht. Manche kündigen ihren Mitarbeitern schon jetzt. Beispielsweise entlässt American Keg, ein Hersteller stählerner Bierfässer,  zurzeit ein Drittel seiner Arbeitnehmer. Und dies in einer Stadt in Pennsylvania, die inmitten des Rostgürtels liegt und für die Trump durch seine Zölle eine strahlende Zukunft prophezeit hat.

 

Zölle lösen Zwiespalt für amerikanische Unternehmen aus

 

In den letzten Wochen haben die großen amerikanischen Unternehmen mehrere Fehlversuche unternommen, den amerikanischen Präsidenten von seinem Vorhaben abzubringen. Mit Pressemitteilungen, offenen Briefen und Reden der Chefs versuchten sie, Trump umzustimmen. Sie stellten unter anderem massenhaft Lobbyisten an, die die negativen Folgen der Zölle auf die Wirtschaft publik machen.

In ihrer Argumentation erklären sie, je mehr Geld Firmen für ihre Produktion ausgeben müssen, umso weniger können sie für Mitarbeiter aufwenden. Folglich können hierdurch die Firmen weder neue Mitarbeiter einstellen, noch alle alten Arbeitnehmer weiter beschäftigen. Die Zölle bringen einen amerikanischen Zwiespalt hervor. Diejenigen, die Stahl und Aluminium nutzen, möchten die Einführung der Zölle verhindern. Dagegen möchten diejenigen, die Stahl und Aluminium herstellen, dass die Zölle auf jeden Fall kommen.

Für China bestanden die Zölle schon frühzeitig. Sie lösen für die amerikanischen Stahlmanager einige Probleme. In den letzten 20 Jahren mussten ihre Firmen ca. 300.000 Menschen entlassen.

 

Zölle gelten seit erstem Juni auch für die EU

Seit der Nacht auf den ersten Juni gelten die Zölle auch für Mexiko, Kanada und die EU.

Auf dem G7-Finanzministertreffen sorgte diese Einführung für sehr viel Unmut. Donald Trump steht mit seiner Entscheidung isoliert gegen die restliche Wertegemeinschaft, zusammengesetzt aus Deutschland, Frankreich, Kanada, Italien, Japan und Großbritannien. Unter dem Druck des US-Präsidenten hält die EU allerdings zusammen.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron betrachtet in seiner Rede die Zölle gar als Verstoß gegen das internationale Handelsrecht. Die EU selbst schließt weitere Verhandlungen mit Amerika aus, solange Donald Trump nicht einen Schritt auf sie zugeht.

Selbst der Wirtschaftsberater von Donald Trump, Larry Kudlow, argumentierte, dass die neu eingeführten Zölle der Wirtschaft des Landes schaden könnten.

Der anhaltende Handelsstreit droht in einen Handelskrieg mit den USA zu eskalieren. Der anstehende G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs ist die letzte Hoffnung darauf, dass Trump „ein positives Zeichen aussend[et].“

 

Die Digitalisierung ist schlecht für Trumps Vorstellungen

Fraglich bleibt, ob China wirklich der Grund ist, warum die amerikanische Industrie einen Niedergang erlebt. Auf den ersten Blick scheint China tatsächlich die Verantwortung dafür zu tragen, dass der Rostgürtel Amerikas kaputt geht und in der Stahlstadt Pittsburgh viele Viertel zu Grunde gehen. China produziert die Hälfte des weltweiten Stahls und ist damit der größte Exporteur. Hingegen ist Amerika der größte Stahl-Importeur.

Jedoch ist China in der Realität nicht für die schlechten Umstände des Rostgürtels verantwortlich. Insgesamt kommen sogar weniger als drei Prozent des Stahls für amerikanische Firmen aus China. Die tatsächliche Ursache der Krise, laut Mühlhäuser, ist die steigende Digitalisierung.

In den Stahlwerken ist heutzutage viel automatisiert. Ein einziger Mensch kann heute die Menge an Stahl produzieren, wofür vor 60 Jahren noch fünf Leute benötigt wurden. Dies sind schlechte Aussichten für Trumps Vorstellungen der Wiederbelebung des Rostgürtels. Die Zölle stoppen zwar die größeren Importe aus dem Ausland, die fortschreitende Digitalisierung hingegen nicht.

 

Quellen: https://www.welt.de/wirtschaft/article176412725/Strafzoelle-Trumps-Attacken-treffen-US-Firmen-und-machen-Big-Mac-teurer.html, abgerufen am 25.05.18

https://www.welt.de/wirtschaft/article176928102/Strafzoelle-Europa-gibt-Trump-noch-Zeit-bis-Freitag.html, abgerufen am 04.06.18

https://www.focus.de/finanzen/news/handelsstreit-im-news-ticker-trump-berater-raeumt-ein-strafzoelle-bergen-auch-risiken-fuer-us-wirtschaft_id_9031840.html, abgerufen am 04.06.18

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