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Ölpreis – Ein Signal für eine zukünftige Inflation

Ölpreis – Ein Signal für eine zukünftige Inflation

Inflation ist ein monetäres Phänomen, entstehend aus einem schnelleren Anstieg der Quantität des Geldes als der Produktion. Es braucht Zeit – gemessen in Jahren nicht in Monaten – bis eine Inflation sich entwickelt; es braucht Zeit bis eine Inflation geheilt werden kann.

-Milton Friedman (Zitat aus dem Englischen übersetzt)

Inflation ist so gewaltsam wie ein Straßenräuber, so beängstigend wie ein bewaffneter Räuber und so tödlich wie ein Auftragsmörder.

-Ronald Reagan (Zitat aus dem Englischen übersetzt)

Inflation

Die Welt hat nun ein gesamtes Jahrzehnt lockerer Geldpolitik erlebt. Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank, die Bank von Japan und die Bank von England haben alle ihre Bilanzen gesteigert und die Menge des Geldes auf ein noch nie dagewesenes Level anwachsen lassen. Dennoch blieb die Inflation auf einem geringen Level, was den Zentralbanken wiederum als Rechtfertigung diente, um die Zinsen weiter niedrig zu halten mit dem Ziel, wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Viele haben sich gewundert, wie die Inflation auf einem solch niedrigen Niveau bleiben konnte, schließlich könnte einem jeder Student Keynes‘ oder Friedmans sagen, dass niedrige Zinsen bei gleichzeitigem hohen Geldangebot der Treibstoff für inflationäre Verhältnisse sind. Viele Wirtschaftswissenschaftler, welche Friedmans „Fünf simple Wahrheiten der Inflation“ (aus dem Englischen: Five Simple Truths of Inflation) zitieren, gelangen lediglich zur ersten Wahrheit, dass die Inflation ein finanzielles Phänomen sei, welches durch einen schnelleren Anstieg der Geldmenge im Vergleich zur Produktion entsteht. Untersucht man diese Aussage, ließe sich erörtern, ob die wirtschaftliche Leistung in den letzten Jahren hoch genug war, um die Geldmenge zu kompensieren.

Während die US-Notenbank langsam versucht ihre Bilanzen zu entspannen und den Zinssatz zu steigern, ist dies nicht der Fall bei der Europäischen Zentralbank und anderen Zentralbanken. Es stellen sich also folgende Fragen: Wo ist die Inflation und lag Friedman falsch?

Wichtiger als die erste Wahrheit Friedmans ist die vierte Wahrheit, welche oft in Vergessenheit gerät. Sie besagt, dass es Zeit brauche, und zwar Jahre und nicht Monate, bis sich eine Inflation entwickelt und das es ebenso Zeit brauche, eine Inflation zu überstehen. Eine Inflation tritt also nicht sofort auf, sondern braucht einige Jahre. Im aktuellen ökonomischen Kreislauf liegt die Inflation nach fast zehn Jahren immer noch bei 2,5%.

Die jüngste Öl-Krise

Der Autor, Steven McClurg, erinnert sich daran, wann ihm aufgefallen ist, dass Angebot und Nachfrage von Öl aus der Balance gekommen waren. Er hatte die letzten fünf Jahre als unabhängiger Analyst und Händler von Kredit- und Wachstumsmärkten verbracht, mit vielen Aktien aus dem mittleren Osten und anderen Öl -produzierenden Nationen in seinem Bestand. Im Juli 2014 fragte er seinen Vater, der viel in die Gegenden der USA reiste, in denen es Öl- und Gasvorkommen gibt, ob er glaubte, dass die Ölpreise weiter ansteigen würden angesichts des starken Marktes. Sein Vater, der seit den 1970er Jahren in der Ölindustrie arbeitet, antwortete, dass er nicht davon ausgehe. Es fühle sich wie 1985 an. Es gebe im Augenblick eine Menge Jobs und viel Arbeit, aber letztendlich werde 1986 kommen (das Jahr mit dem letzten großen Öl-Crash). Er erzählte außerdem davon, dass vielerorts in den USA zurzeit die Lagerkapazitäten für Öl knapp würden.

Fracking war zu der Zeit effizienter geworden und sorgte für einen Angebotsüberschuss. Zur selben Zeit hatte sich allerdings die Weiterverarbeitung aufgrund der höheren Effizienz der Automobilmotoren verlangsamt und so die Nachfrage reduziert. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Ölpreise fallen würden. Später in jenem Jahr fiel der Ölpreis von seinem Höchststand im Juni von 115 $ pro Barrel auf 50 $ und im Jahr 2016 lag der Preis nur noch bei 30 $. Seitdem konnte von niedrigen Öl- und Gaspreisen profitiert werden.

Der niedrige Ölpreis hat geholfen die Inflation gering zu halten

Benzin, das zurzeit 2% der durchschnittlichen jährlichen Ausgaben eines US-Bürgers ausmacht, wäre betroffen, wenn der Ölpreis höher steigen würde und könnte letztendlich der Auslöser für eine erhöhte Inflation sein. In der letzten Zeit sind die Ölpreise auf 80$/Barrel gestiegen. Was hat sich im Angebot und der Nachfrage bei Öl geändert?

Abgesehen von kurzfristigen Ereignissen, haben sich die langfristigen makroökonomischen Themen nicht wesentlich verändert. Fracking ist noch immer erst ab einem Preis von 50$/Barrel profitabel. Der Output ist seit einem Jahr um 1,8 Millionen Barrel/Tag reduziert worden, dadurch das Russland und Saudi Arabien den Output begrenzen und Staaten wie Venezuela Produktionsprobleme haben. Zudem hat auch technische Effizienz die Nachfrage gedämpft. Der größte Teil des aktuellen Drucks geht auf Spekulationen zurück, dass Öl weiter steigen wird und nun doch die Inflation einsetzt. Öl-Futures sind häufig fehlleitend, da viele Unternehmen dazu gezwungen sind Kraftstoffpreise abzusichern und Impuls-Händler oft einseitige Trades anhäufen. Angesichts nur weniger ökonomischer Gründe für einen höheren Ölpreis, wird der Handel sich weiter entspannen und den Ölpreis wieder auf 55-60$/Barrel senken.

 

Inflation könnte schließlich mit der niedrigen Zinsrate aufschließen, trotz der kürzlich vorgenommenen Zinssatzsteigerungen durch die Fed. Probleme mit Staatskrediten, wie es sie z.B. in Italien und Griechenland gibt, zusammen mit anderen Zentralbanken, die die Zinsraten niedrig halten  werden eine Rolle spielen. Ein hoher Ölpreis in der jüngsten Vergangenheit, obwohl er nicht lange anhielt, ist eine Andeutung zukünftiger Preise und hat gezeigt, dass eine Inflation schnell und gewaltsam einsetzen kann. Andere Faktoren, wie z.B. ein anhaltender Handelskrieg uns insbesondere US-Zölle auf Stahl und Aluminium, werden weiterhin die Preise steigen lassen. Ein Langzeiteffekt höherer Stahlpreise werden höhere Kosten für die Produktion und den Transport von Öl sein, da die meisten Rohre aus Stahl gefertigt werden. Angesichts von angestautem Inflationsdruck und Zöllen, wird Öl die Marke von 80$/Barrel zu Beginn des Jahres 2019 wieder erreichen.

Investment Thesis

Es sei eine gute Zeit sich von festverzinsten Unternehmensanleihen zu lösen. Obwohl Bankdarlehen eine gute Performance hatten dieses Jahr, ist Vorsicht geboten bei der Wahl dieser Anlageklasse. Sicherheiten, die durch Hypotheken mit variablem Zinssatz gestützt sind, stellen eine gut Möglichkeit des fixen Einkommens dar. Es ist außerdem eine gute Idee, damit zu beginnen in Inflationsabsicherungen und unkorrelierte Sicherheiten zu investieren, z.B. in Gold, Rohstoffe und digitale Güter.

 

Ein Ende der Beschränkungen der Ölfördermengen?

Die OPEC und Russland haben angekündigt, auf dem OPEC-Treffen am 22. Juni in Betracht zu ziehen, die seit 2017 koordiniert durchgeführten Produktionskürzungen zu reduzieren. Ein Grund hierfür ist, die Versorgungsbeeinträchtigungen, die durch die wiedereingeführten US-Sanktionen gegen den Iran und die Krise in Venezuela verursacht werden, abzumildern und somit zu verhindern, dass der Ölpreis sehr stark steigt.

Quelle: https://finance.yahoo.com/news/oil-prices-signal-future-inflation-135923706.html

https://finance.yahoo.com/news/opening-oil-spigot-why-opec-173053064.html

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